REISEBERICHT Baltikum 2025

Reise Litauen und Lettland vom 05. bis 14. September 2025

Die Reiseteilnehmer trafen sich am Freitagmorgen, 05.09.2025 am Flughafen in Frankfurt. Nach der Begrüßung durch Herrn Ratzke und dem kleinen Sektempfang in der Abflughalle brachte uns die Air Baltic über eine Zwischenlandung in Riga an unser erstes Ziel in Vilnius. Nach der Busfahrt zum Hotel und dem erfolgten Check-in unternahmen wir mit unserer Führerin einen ersten Rundgang in der vom Baustil des Barocks gekennzeichneten Altstadt. Dabei erfuhren wir, dass Vilnius über ca. 50 Kirchen verfügt, welche nach der Entweihung durch die Sowjetbesatzung mittlerweile nahezu alle wieder im ursprünglichen Glanz erstrahlen.

Am nächsten Tag schloss sich mit unserer Führerin Virginia eine ausführliche Besichtigung der kulturellen Highlights der litauischen Hauptstadt an. Neben dem Tor der Morgenröte, der St. Stanislaus-Kathedrale, dem gotischen Ensemble der Anna- und Bernhardiner-Kirche, dem Präsidentenpalast gehörte dazu auch das Künstlerviertel Uzupis welches sich 1997 zu einer eigenen „Spaßrepublik“ erklärte, die über eine eigene Verfassung mit 41 Artikeln verfügt. Natürlich erklommen einige von uns auch den Burgberg mit dem Gediminas-Turm. Im Bothanischen Garden konnten wir uns an der Dahlienpracht erfreuen. Das an diesem Wochenende stattfindende Stadtfest bot eine zusätzliche Gelegenheit das frohe Feiern der Bevölkerung kennenzulernen.

Am Sonntag ging unsere Reise weiter. Der Höhepunkt dieses Tages war die Besichtigung der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Wasserburg Trakai. Verbunden war dies bei bestem Spätsommerwetter mit einer Schifffahrt auf dem die Burg umgebenden See. Nicht nur hier wurde überaus deutlich über welch lange Zeit dieses Gebiet vom Deutschen Orden und seinen zahlreichen Burgen dominiert wurde und wie lange der Kampf der Balten dauert, um sich von dieser Beherrschung zu befreien. Beim gemeinsamen Mittagessen lernten wir die köstlichen „kibinai“, mit Fleisch gefüllte Pasteten kennen. Die Fahrt führte weiter nach Kaunas, wo wir eine kleine Stadtbesichtigung hatten und ans Ufer der Memel treten konnten. Am Abend erreichten wir unser am Hafen gelegenes Hotel in Kleipeda (Memel).

Der Montag war dem UNESCO Weltnaturerbe, der einmaligen Kurischen Nehrung gewidmet. Etwa die Hälfte dieser ca 60 km langen und an manchen Stellen weniger als 100 Meter breiten Landzunge gehören zu Litauen, die andere Hälfte zu Russland. Mit der Fähre ging es über das Kurische Haff auf die Nehrung. Nach dem Ersteigen einer ersten Düne und einem Fussbad in der Ostsee ging die Fahrt nach Nida dem letzten Ort vor der russischen Grenze. Über 50 Fischerhäuser mit wunderschönen Gärten prägen das Ortsbild. Eine Schifffahrt entlang der großen Düne (Parnidden-Düne) führte uns bis auf 250 m an die russische Grenze zu Kaliningrad. Ein Besuch des Bernsteinmuseums und des Thomas-Mann-Hauses (er baute es 1929) schlossen sich an. Anschließend fuhren wir mit dem Bus hinauf auf die große Düne, von der aus unter anderem Jean-Paul Sartre als Denkmal über diese einzigartige Landschaft blickt.

Zurück in Kleipeda machten wir noch einen Rundgang durch die Altstadt und sangen gemeinsam an ihrem Denkmal auf dem Marktplatz das Lied „Ännchen von Tharau“.Nebenbei bemerkt: die Papierfabrik in Kleipeda/Memel gehörte ab 1905 für viele Jahre der Aschaffenburger Zellstoffwerke AG / Familie Dessauer.

Einen der schönsten Parks Litauens besichtigten wir am Dienstag. Der aus dem Ende des 19. Jahrhundert stammende Park von Palanga glänzt mit über 500 verschiedenen Baumarten und hat einen Zugang zur Ostsee. Wieder umspülte deren Wasser unsere Füße.

Das Mittagessen hatten wir in der Orangerie des vom Fürsten Tiskevicius erbauten Schlosses in Kretinga. Hier speisten wir in einem Ambiente aus tropischen Pflanzen.

Das Symbol Litauens gegen die über Jahrhunderte bestehende Beherrschung durch Fremde besuchten wir am Nachmittag, den „Berg der Kreuze“. Hier stehen und liegen zehntausende Kreuze jeglicher Art als Symbol für die Identität, den Selbstbehauptungswillen und den Stolz des litauischen Volkes. Weder die Unterdrückung durch das Zarenreich noch die Zerstörung durch Bulldozer der Russen 1961 konnten den Wiederaufbau verhindern.

Am Abend erreichten wir unser Hotel für die Nacht, den wunderschönen Gutshof Pakruojis. 

Zwei beeindruckende Parks verschönten uns den Mittwoch. Am Morgen hatten wir eine äußerst informative Führung durch den an das Hofgut Pakruojis angrenzenden Park und Schloss „Pakruojo Dravas“ mit einer schönen Allee von alten Bäumen, einer kleinen Sammlung historischer Traktoren und überlebensgroß gestalteten prächtigen blühenden Arrangements zu Themen aus Shakespeares Sommernachtstraum.

Das Versailles des Baltikums, das Schloss Rundale, war unser Ziel am Nachmittag. Die Pracht des Schlosses und seine Ausstattung rechtfertigt diesen Vergleich absolut. Eine hervorragend gestaltete Führung bracht uns dieses Kleinod näher und begeisterte uns. Gleiches gilt für die von Bartolomeo Francesco Rastelli geplante und erstellte Parkanlage im französischen Stil. Auf einer Fahrt mit einer kleinen Bahn durch diese Anlage konnten wir diese Pracht in allen Details bewundern.

Eine richtige Überraschung war das Abendessen im Grünen, auf dem Bauernhof Zipari. Dort werden u.a. Holzschindeln hergestellt. Das von der Hausfrau gereichte Abendessen mit typisch litauischen Speisen war ein absoluter Genuss und Vergnügen. Die liebevolle Dekoration der Tische mit Herbstblumen und das Ambiente in diesem einfachen Holzhaus waren beeindruckend. Übernachtet haben wir in Cesis.

Der Donnerstag begann mit einem Stadtrundgang in Cesis, einem Blick auf die Ordensburg und einem Spaziergang durch den romantischen Schlosspark. Herrlich und beeindruckend anschließend der Garden / Park der Familie Lodzins in Rauna. Hier ist in den letzten 10 Jahren auf 3 Ha ein eine Pracht aus über 350 verschiedenen Kiefern, Fichten und Birken sowie 130 verschiedenen Rispenhortensien entstanden. Ein kurzer Stopp in Sigulda mit einem Sparziergang durch den dortigen Park folgte. Zum Abschluss besichtigten wir noch Park und Ordensburganlage Tureida.

Am Abend erreichten wir Riga.

Der Freitag war der Stadt Riga vorbehalten. Bei ausnahmsweise leichtem Regen bewunderten wir die zahlreichen Jugendstilgebäude. Nirgendwo auf der Welt gibt es eine größere Dichte von Gebäuden diesen Stils. Der Dom, die Oper, das Friedensdenkmal, die großen Gildehäuser, das Schwarzhäupterhaus u.v.m standen auf unserem Programm. Der Mut der Letten dokumentiert sich in der direkt gegenüber der russischen Botschaft angebrachten riesigen Fratze Putins „Putins Zähne“. Ein Besuch des Botanischen Gartens von Riga stand am Nachmittag auf dem Programm.

Am Samstag besuchten wir die Rosenstadt Tukums. Bei einem ausführlichen Stadtrundgang konnten wir die zahlreichen, jeweils unterschiedlich gestalteten Arrangements mit unterschiedlichsten Rosen in dieser Kleinstadt bewundern. Alle zwei Jahre findet dort ein großes Rosenfest statt. Auf dem Rückweg nach Riga besuchten wir einen weiteren, privat anglegten und mehrere Hektar großen Park, die Gartensammlung Rozities. Die Blumenpracht und die landschaftliche Gestaltung dieser Anlage sind kaum zu übertreffen. Die Verkostung von Rosenwein und Rosenmarmelade rundeten diesen Besuch ab. Der Tag endete mit einem Spaziergang am Strand und der Promenade des Seebades Jurmala sowie einem äußerst delikaten Abendessen in der Altstadt von Riga.

Sonntag,d.h Abschied nehmen. Die Markthallen von Riga und die überbordende Menge von kulinarischen Köstlichkeiten bewunderten wir am Vormittag. Nach einem letzten Bummel durch die Altstadt nahmen wir Abschied von unserer lieben Führerin Virginia und unser hervorragender 

Fahrer auf dieser Reise brachte uns zum Flughafen. Am Abend landeten wir alle, versehen mit bleibenden Eindrücken aus Litauen und Lettland, wohlbehalten wieder in Frankfurt.

Danke an Travelhouse und alle Reiseteilnehmer, die alle zu diesem beeindruckenden Erlebnis beigetragen haben.