REISEBERICHT Apulien 2026

Apulien und Kampanien vom 17. bis 26. April 2026
Gärten im Süden Italiens

1. Tag, Fr. 17.04.2026

Unsere Reise begann ungewöhnlich und war für den Veranstalter TRAVELHOUSE eine besondere Herausforderung. Durch den, kurz vor der planten Flugreise mit Lufthansa ab FRA, ausgerufenen Streik der Piloten und des Bordpersonals, starteten wir um 02:00 Uhr nachts mit einem Reisebus in Richtung München MUC. Mit uns fuhr Herr Ratzke, sichtlich um unser Wohlsein bemüht und fürsorglich in jeder Hinsicht. 

Ein unbeschreiblich schöner Sonnenaufgang begrüßte uns am Flughafen und nachdem wir gemeinsamen reibungslos eingecheckt hatten, verabschiedeten wir Herrn Ratzke und flogen kurz danach mit der Air Dolomiti in Richtung Italien. 

Gleich nach der Ankunft in Bari begrüßte uns Anna-Maria als Reiseleiterin für die nächsten vier Tage. Wir fuhren im bequemen Reisebus in südliche Richtung nach Alberobello, um die Trulli-Siedlung zu besuchen und ein Gefühl für die besonderen Lebensbedingungen der damaligen Zeit zu bekommen. Die weißen Rundhäuser mit ihren „Zipfelmützendächern“ und individuellen Größen waren beeindruckend. Dazu lachte die Sonne und es ging weiter zum Hotel Sierra Silvana in Selva di Fasano. Wir fühlten uns herzlich willkommen: der erste Eindruck war geprägt von einem weitläufigen, gepflegten Garten. Der lange Tag endete mit einem köstlichen Abendessen.

2. Tag, Sa. 18.04.2026

Auf zu neuen Ufern! Pünktlich fuhren wir am Samstag zum botanischen Konservatorium „Giardini die Pomona“. Dort wurde uns eindrucksvoll von der langjährigen Pflanz- und Pflegearbeit auf biodiversitärer Basis berichtet – die ca. 10 ha große Fläche beherbergt mehr als 600 Feigenbaumarten. Scheinbare Wildwiesen waren gezielt zur Heimat vieler Pflanzen wie Wildorchideen geworden. Besonderer interessant: Dort wird Kampfer als Vermeidungsmittel für Schädlinge und Nagetiere gepflanzt und ist sehr hilfreich. 

Weiter fuhren wir zum „Parco Rupestre Lama d’Antico in Fasano“. Dort begleitete uns ein Archäologe durch eine faszinierende Landschaft mit jahrhundertealten Olivenbäumen. Deren Wuchs trug zur Erklärung der uralten Lebensweisen und Besiedlungen bei. Eine Besonderheit war der Besuch einer Felsenkirche, die noch nicht vor allzu langer Zeit entdeckt wurde. Zeugnis von frühchristlichem Glauben im Schutz der Natursteinhöhle. Schafe und junge Esel waren im gesamten Gelände unterwegs, sehr zur Freude der Besucher. Eindrucksvoll waren auch Bienenstöcke, die in Felsen in Kammern zum Schutz untergebracht waren. Unsere Fahrt ging weiter nach „Monopoli“ und „Fasano“, typische süditalienische Städtchen am Meer. Später traten wir die Rückfahrt zum Hotel an.

3. Tag, So. 19.04.2026

Am dritten Tag unserer Reise machten wir einen Ausflug nach „Lecce“, das auch das „Florenz des Südens“ genannt wird. Das zeigte sich vor allem bei der Architektur und der besonderen „Basilika di Santa Croce“ – eine Innenbesichtigung war leider nicht möglich. Der prachtvolle Dom ist die Besonderheit der Stadt. Beim Besuch des botanischen Bereiches des „Giardino Sensoriale Helen Keller“ war interessant zu sehen, wie Pflanzen für Behinderte angeordnet wurden.

4. Tag, Mo. 20.04.2026

Heute besuchten wir eine Besonderheit: Castel del Monte! Diese Burg lies der Stauferkönig Friedrich II. in Form eines Oktagons erbauen. Die sehr gut erhaltene Fassade und der lichtdurchflutete Innenhof zeugen von einer Zeit, in der Wissenschaft und Verteidigung eng miteinander verbunden waren – sehr beeindruckend! Hoch oben auf einem Hügel umsäumen acht turmähnliche Bauten einen Rundbau mit offenem Innenhof. Danach fuhren wir nach Andria, um eine Ölmühle zu besichtigen. Erst ein freundliches „Buongiorno!“ vom Besitzer, dann folgten Erklärungen wie aus Oliven bestes Olivenöl gewonnen und verfeinert wird. Eine anschließende Verkostung überzeugte. Danach verabschiedeten wir uns von Anna-Maria.

5. Tag, Di. 21.04.2026

Ab jetzt begleitete uns Paola für die Weiterfahrt von Apulien nach Kampanien. In Neapel liegt der botanische Garten mitten in der Stadt und auch der Flughafen ist in der Nähe. Dieses Refugium einzigartiger Pflanzen ist faszinierend. Sträucher, Farne und besondere Bäumen fesseln den Betrachter; besonders interessant ist der Papierbaum. Voller neuer Eindrücke fuhren wir weiter zum Hotel in Nola.

6. Tag, Mi. 22.04.2026

Mit einem Scherz auf den Lippen begrüßte uns Alfredo am Morgen. Heute ging es mit dem Bus nach Sorrent. Immer im Blick – der Vesuv – als prägendes Landschaftsbild. Im Ort besuchten wir den traditionellen Zitronenhain „La Limonaia“. Die gesamte Anlage mit Orangen und Zitronenpflanzen ist sehr eindrucksvoll. Auffällig waren die Zwischenpflanzungen aus Hortensien und die sehr gepflegte Anlage. Die fachfrauliche Führung schloss mit einer Verkostung im idyllischen Freiluftrestaurant ab: Marmeladen, Zitronen-Orangendessert und Limoncello mundeten. 

Der nächste Höhepunkt wurde mit dem Bus angesteuert. Das Familienunternehmen „Caseificio Ruocco“ ist darauf spezialisiert, Mozzarellakäse herzustellen. Die modernen Produktionsräume und die Verkostung des vom Meister selbst hergestellten Käses vermittelten einen eindrucksvollen Einblick in die Kunst der Käseherstellung. Wir verließen „Agerola-Pianillo“ und fuhren zum Mittagessen weiter. Ein Spaziergang auf dem Pfad der Götter im Ort führte hinunter in eine Schlucht mit einzigartigem Panoramablick aufs Meer. Der Weg zurück war durchaus fordernd.

7. Tag, Do. 23.04.2026

Positano ist weltbekannt und einen Fotostopp wert. Wer die Straßen entlang der Küste nicht kennt, sollte wissen, dass es eng zugeht. Aber unser Busfahrer war Meister seines Faches und brachte uns sicher ans Ziel. Bei einem Zwischenstopp in einem Laden für traditionelle italienische Majolika konnten wir sehen, wie vielfältig die daraus hergestellten Produkte sind. 

Der nächste Höhepunkt war „Amalfi“. Eine von Touristen sehr gern besuchte und lebendige Stadt. Alfredo führte uns durch ruhige Gassen und in verschwiegene Winkel, dazu hatte er mit aufschlussreichen Erklärungen für uns – natürlich besuchten wir auch DIE Hauptstraße mit typischen Souvenirläden und vielen Besuchern. Eindrucksvoll ist der „Dom St. Andreas“ im neomaurischen Stil gebaut und über viele Treppen zu erreichen. Auch der Brunnen mit der Figur des Apostels Andreas, Namensgeber für das an Bahnübergängen vorhandene Andreaskreuz, prägt den Platz. Bei unserer Bootsfahrt von Amalfi nach Ravello konnten wir die Küstenbebauung aus einem anderen Blickwinkel erleben. Wir genossen im Garten Villa Cimbrone einen besonderen Ausblick aufs Meer und bewunderten viele exotische Pflanzen im sehr gepflegten Garten. Die „Terrazza dell’Infinito“ ist besonders bekannt.

8. Tag, Fr. 24.04.2026

Heute sahen wir eines der größten Schlösser Europas: „Reggia di Caserta“. Das Schloss, wie auch die prachtvolle Parkanlage, sind durchaus mit Versailles zu vergleichen und sind ebenso beeindruckend. Der weitläufige Park hat einen großen künstlichen Wasserfall, der u.a. mit einem Shuttle-Service angefahren wird. Auch ein Spaziergang durch den weitläufigen Garten lohnt sich. Einige sportliche Mitreisende liefen den ca. 3 km langen Weg vom Wasserfall zum Schloss zurück.

Wir fuhren weiter in das Bergdorf „Caserta-Vecchia“ und kehrten in einer typischen Osteria zum Mittagessen ein. Beim Rückweg zum Busparkplatz konnten wir wunderbare Landschaftsausblicke genießen.

9. Tag, Sa. 25.04.2026

Heute begleitete uns Raffaela. Eine besondere Reiseleiterin mit viel Humor und Sinn für Kultur. Noch nie haben wir eine „singende“ Busgesellschaft erleben dürfen. Einblicke in ein italienisches Familienleben am Sonntag bei Mama gab es ebenso. Sorrent, als unser nächstes Ziel, zeigte sich von der sonnigen Seite. Für Caruso gibt es hier eine Gedenktafel anlässlich seiner Besuche und Auftritte. Das Kloster San Francesco stellt mit seinem antiken Kreuzgang eine Oase der Ruhe dar und das pralle Leben konnten wir auf den Terrassen mit Lifemusik und atemberaubenden Ausblicken aufs Meer erleben – La dolce vita pur. Ein letzter Zwischenstopp bei einer Limoncello Fabrik rundete den Tag ab.

10. Tag, So. 26.04.2026

Alfredo begleitete uns am letzten Tag der Reise nach Neapel und wir erhielten einmal mehr im Bus einen Überblick, welche Stadtviertel es gibt. Zum anderen spazierten wir vorbei an der Kirche „San Ferdinando“, besuchten die „Galeria Umberto I“ mit sehr schönen Mosaiken auf dem Fußboden sowie die antike Burg „Castel Nuovo“. Ein köstliches Abschlussessen in der Trattoria Pizzeria la Larrara spendierte uns TRAVELHOUSE. Diese Gaststätte ist in der Altstadt unweit des Viertels, das für Fußballidol Maradonna geschmückt ist. Unser Transfer zum Flughafen und der gemeinsame Rückflug nach Frankfurt waren reibungslos. Wir werden viele schöne Erinnerungen an diese eindrucksvolle Reise noch lange mit uns tragen.